28. Landeskonferenz der bayerischen Arbeiterwohlfahrt in Nürnberg stellt personelle und inhaltliche Weichen für die Zukunft
Das Ja zu Nicole Schley und Stefan Wolfshörndl ist gleichzeitig ein Ja zur Doppelspitze: Die AWO-Landeskonferenz, das höchste Gremium der Arbeiterwohlfahrt in Bayern, hat am 26. September die bisherigen Landesvorsitzenden für eine weitere Amtsperiode gewählt und damit die Führungsform der paritätischen Besetzung ein zweites Mal in Folge bestätigt. Schley und Wolfshörndl: „Wir freuen uns sehr über den erneut großen Zuspruch der Delegierten und bedanken uns bei ihnen herzlich dafür. Nicht zuletzt motiviert uns sehr, dass die erste Doppelspitze in der Geschichte der AWO Bayern in der vergangenen Amtsperiode auf Anhieb so positiv angekommen ist, dass sie für die nächsten vier Jahre wieder gewünscht ist. Diesen Auftrag nehmen wir sehr ernst. Wir werden weiterhin unterschiedliche Perspektiven einbringen, Kompromisse eingehen, uns eng abstimmen und Teamarbeit, selbstverständlich auch über die Doppelspitze hinaus, im Verband hochhalten. Wir begreifen die seit der ersten Stunde basisdemokratische Struktur der AWO als immerwährende Verpflichtung.“
Am zweiten Tag der Konferenz standen weitere Wahlen auf dem Programm. Als stellvertretende Landesvorsitzende wiedergewählt wurden Brigitte Protschka aus Schwaben und Bernhard Feuerecker aus Niederbayern/Oberpfalz. Die Nachfolge von Rudolf Schober, der nicht mehr für den engeren Landesvorstand angetreten war, übernimmt Martina Stamm-Fibich aus Ober- und Mittelfranken.

Der engere Landesvorstand der AWO Bayern: Bernhard Feuerecker (v.l.), Nicole Schley, Brigitte Protschka und Stefan Wolfshörndl. Nicht im Bild: Martina Stamm-Fibich. Foto: Katharina Ohl
Gemeinsam Demokratie stärken
Die zweitägige Konferenz hat ganz im Zeichen der Demokratie gestanden: Zum einen sind alle Gremien neu gewählt worden: Landesausschuss, Landesvorstand und engerer Landesvorstand. Sämtliche Mitglieder werden sich in den nächsten vier Jahren ehrenamtlich engagieren und mit ihren Ideen der AWO als soziale Stimme im Freistaat weiterhin ihr Gewicht und ihr Profil verleihen. „Es wird, es muss um Erhalt und Stärken unserer Demokratie gehen. Wir werden sie intern und extern verteidigen, so wie es unserer Tradition als Verband entspricht“, sagen Nicole Schley und Stefan Wolfshörndl, die wiedergewählten Landesvorsitzenden der AWO Bayern.
„Konfliktfähigkeit schulen, radikale Höflichkeit“. Mit solchen Empfehlungen zur Demokratie-Förderung hat Paulina Fröhlich, Senior Expert im Programm Demokratie und Zusammenhalt der Bertelsmann Stiftung, in ihrem Vortrag „Die resiliente Demokratie und wir“ den Nerv der rund 150 Delegierten und Gäste getroffen. Die ehemalige stellvertretende Geschäftsführerin des Berliner Think Tanks „Das Progressive Zentrum“ sprach zum Auftakt der Landeskonferenz der AWO Bayern im Nürnberger Karl-Bröger-Zentrum.
Einen klaren Auftrag dafür haben die Delegierten der Doppelspitze und den anderen gewählten Mitgliedern gegeben, indem sie dem Antrag des „Demokratie stärken – Schwerpunktthema 2025-2029“ grünes Licht gegeben haben. In diesem heißt es: „Unsere Demokratie ist in Gefahr: Rechtsextreme Einstellungen dringen immer weiter in die Mitte der Gesellschaft vor. Menschen mit Migrationsgeschichte, die LGBTQIA*-Community, Frauen, Menschen mit Behinderung und weitere Bevölkerungsgruppen sind zunehmendem Hass und Diskriminierung ausgesetzt. Politische Mehrheiten sind ohne extremistische Kräfte immer schwerer zu bilden. Als Verband, der in der NS-Zeit verboten war und dessen Mitglieder verfolgt und teilweise sogar ermordet wurden, steht die AWO in einer besonderen Pflicht, unsere Demokratie zu verteidigen.“
