Datensicherer Spendenbereich
Aktuelles

Jung und perspektivlos? Bund muss in Zukunftschancen für Jugend investieren

27. Oktober 2026

Jung und perspektivlos? Bund muss in Zukunftschancen für Jugend investieren

Kinder und Jugend, Soziale Gerechtigkeit, Sozialstaat
Positionspapier

AWO Bayern zählt zu den 71 Unterstützer*innen des „Ratschlags Kindearmut“ – Auch im reichen Bayern brauchen Familien, Kinder und Jugendliche Taten statt leerer Worte

Anlässlich der Beratungen zum Bundeshaushalt 2027 fordert der Ratschlag Kinderarmut in einem Appell mit 71 unterzeichnenden Organisationen und Einzelpersonen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft, die Zukunftschancen junger Menschen zu sichern und Jugendarmut wirksam zu bekämpfen. Den genauen Wortlaut und die Liste der Unterzeichner*innen finden Sie im Anhang.

Unter dem Titel „Nicht an der Zukunft sparen – Jugendarmut bekämpfen, Teilhabe sichern” warnt das Bündnis vor Einsparungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sozialreformen dürften nicht von Sparzwängen bestimmt werden. Ein starker Sozialstaat müsse junge Menschen schützen und ihnen Zukunftsaussichten eröffnen. Wer heute bei jungen Menschen spare, der gefährde den gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Teilhabe und die Zukunftsfähigkeit Deutschlands.

Der Ratschlag Kinderarmut fordert in seinem Appell daher weitreichende Verbesserungen für Jugendliche und junge Erwachsene. Anstelle von Kürzungen im Bundeshaushalt, zum Beispiel beim Wohngeld oder Kindersofortzuschlag, braucht es aus Sicht der Unterzeichner*innen endlich Investitionen in eine starke soziale Infrastruktur und armutsfeste Sozialleistungen.

Dem schließen sich Nicole Schley und Stefan Wolfshörndl, die Landesvorsitzenden der AWO Bayern, an: „Ein Blick in europäische Nachbarländer zeigt, was passieren kann, wenn die Rechte und das Wohl von jungen Menschen und ihren Familien aus dem Blick geraten Auch wenn wir die gewalttätigen Ausschreitungen kritisieren, ist der Protest teilweise Ausdruck von verständlichem Frust und dem nachvollziehbaren Gefühl von Perspektivlosigkeit. Deshalb fordern wir von der Politik auf Bundes- wie Landesebene: Treffen Sie jetzt in den Parlamenten Entscheidungen, die Jugendarmut verhindern und Zukunftsaussichten verbessern.“

Bayerische Zahlen, die den Handlungsbedarf aufzeigen:

Kinder und Jugendliche in Bayern sind überproportional stark von Armut bedroht: Bei den unter 18-Jährigen beträgt die Gefährdungsquote gemessen am Landesmedian 16,4 Prozent, bei den 18- bis unter 25-Jährigen sogar 20,6 Prozent. Die allgemeine Gefährdungsquote beträgt 14,9 Prozent (Stand 2025; Quelle Statistisches Bundesamt). Viele Kinder und Jugendliche leben in Ein-Elternfamilien, deren Armutsgefährdung 2025 laut Bayerischem Landesamts für Statistik bei 39,3 Prozent lag.

Appell Ratschlag Kinderarmut 2026

Downloads